Mina Mondlilie im Dreieck
Allgemein,  Yoga

Die wichtigsten Yoga Stile

Es gibt unzählige Yoga-Stile und Abwandlungen. Gerade für Yoga-Neulinge kann diese Vielzahl verwirrend sein. Um die Such nach dem individuell richtigen Yoga-Stil etwas einfacher zu machen, habe ich die in Europa am bekanntesten Yoga-Richtungen kurz und knapp für euch zusammengestellt. Natürlich ist die Liste nicht vollständig, das würde den Rahmen sprengen. Nachfolgend findest du eine Übersicht der gängigen Yoga-Angebote mit ihren jeweiligen Schwerpunkten:

Hatha Yoga

Bei mir fing die Yoga-Reise damals mit Hatha Yoga an. Besonders für Yoga-Neulinge ist diese Richtung ein guter Einstieg, weil die Asanas einzeln aufgebaut und nicht wie in Yoga-Flow-Stilen zu langen komplexen Bewegungsabläufen zusammengebaut werden. Es bietet so die Möglichkeit, sich auf die einzelne Asana zu konzentrieren und sehr genau auf den Körper zu hören, um individuelle Anpassungen vorzunehmen.

Im europäischen Raum zählt Hatha Yoga zu den bekanntesten Yoga-Richtungen. Das Wort Hatha verbindet einander entgegengesetzte Energien (Ha = Sonne, Wärme, Männlichkeit, Tha = Mond, Kühle, Weiblichkeit) und möchte sie ausgleichen. Hatha steht für Kraft und soll das Gleichgewicht zwischen Körper und Geist schulen.

Vinyasa Flow

Meine Ausbildung zur Yogalehrerin habe ich in diesem Stil gemacht. Mich spricht diese Richtung besonders an, weil die fließend ineinander übergehenden Übungen in Einklang mit dem Atemrythmus gebracht werden und mich das in eine intensive Verbindung mit meinem Körper bringt. Das ist die Grundidee von Vinyasa Flow.

Eine oder mehrere Varianten des Sonnengruss sind meist ein entscheidender Teil in einer Vinyasa-Yogastunde, kann aber auch sehr gut ohne funktionieren. Die dynamischen und zügigen Abfolgen können schweißtreibend oder auch ruhig sein und da die Asanas vielfältig miteinander kombinierbar sind, besteht viel Raum für Kreativität und Abwechslung.

Vinyasa ist verwandt mit Ashtanga Yoga, bei dem aber feste und sehr fordernde Bewegungsabläufe wiederholt werden.

Kundalini Yoga

Beim Kundalini Yoga mag ich besonders den Fokus auf den spirituellen Aspekten des Yogas. Der Atem spielt eine sehr wichtige Rolle und wird in zahlreichen Pranayamas (Atemübungen) zu den unterschiedlichsten Zwecken trainiert. Intensive Atem- und Körperbewegungen sind aufeinander abgestimmt und sollen die natürliche Kraft des Körpers wecken.

Ziel ist es, die Kundalini-Energie (auch Schlangenkraft genannt) vom untersten Chakra (wo die Kundalini-Schlange zusammengerollt liegt) nach oben aufsteigen zu lassen und so auch die verschiedenen Chakras mit den fließenden Energien wieder ins Gleichgewicht zu bringen und zur zur Erleuchtung zu finden. Ähnliche Formen sind auch Laya-Yoga oder Tantra-Yoga.

Yin Yoga

Ich liebe Yin Yoga und mache deshalb auch eine Weiterbildung in diesem Yoga-Stil. Diese sehr ruhige und passive Richtung ist eine Synthese aus Hatha Yoga und Tao Yoga und fordert gerade für unruhige Menschen viel Geduld. Die einzelnen Asanas werden ohne Muskelkraft über einen längeren Zeitraum (3 bis 7 Minuten) gehalten. So werden die Faszien befeuchtet und Muskeln intensiv gedehnt.

Entspannung und Verbindung zum eigenen Körper aufzubauen, ist ein Kernpunkt des Yin Yoga. Die lange Zeit, die meist im Sitzen oder Liegen verbracht wird, bringt Yoginis und Yogis zu meditationsähnlichen Zuständen. Gerade in den Abendstunden verhilft diese Yoga-Richtung zu Ruhe und erleichtert das Einschlafen.

Acro Yoga

Wem Yoga allein auf der Matte zu langweilig ist, kann sich beim Acro Yoga versuchen, denn dieser wird mindestens zu zweit praktiziert. Dieser Stil vereint akrobatische Elemente mit Yoga-Übungen sowie Elemente der Thai-Massage.

Diese spezielle Yoga-Richtung ist keine besonders spirituelle Form des Yoga, fordert und fördert aber Eigenschaften wie Vertrauen und Balance. Meist bildet in einer Asana eine Person die stabile Basis und die zweite wird zum fliegen gebracht. Durch seine verspielten und fordernden Elemente verfliegt eine Yoga-Stunde wie im Flug. Für den notwendigen Körperkontakt sollte man keine Berührungsängste haben.  

Arial / Anti Gravity Yoga

Wer auf Kribbeln im Bauch und Perspektivwechsel steht, wird sich im Arial Yoga schnell zuhause fühlen. Dieser Yoga-Stil wird in einem, von der Decke hängendem Tuch praktiziert und verbindet ebenso akrobatische Elemente und die Massage mit Yoga-Übungen.

Beim Arial Yoga profitieren auch Yoga-Neulinge zum Beispiel von langen Umkehrübungen, bei denen man scheinbar schwerelos kopfüber in den Seilen hängt. Das Tuch gibt Sicherheit und Halt und lädt zu logischen Experimenten ein. Während den ersten Stunden sollte man es nicht zu stürmisch angehen, denn es kann es zu Schwindel kommen, der sich aber in der Regel nach häufigerem Wiederholen wieder legt. 

SUP Yoga

Für Outdoor- und Wasser-Fans ist SUP Yoga genau das richtige. Wer bei normalen Yoga-Übungen nicht mehr richtig gefordert ist und seine Balance einwandfrei halten kann, für den ist das Stand up Paddle Yoga sicher eine neue Herausforderung.

Beim SUP Yoga werden die Asanas auf einem großen Surfbrett auf dem Wasser (z.B. einem ruhigen See) durchgeführt. Gerade für Naturliebhaber und im Sommer unter blauem Himmel eine wunderbare Yoga-Richtung an der frischen Luft. Allerdings ist man durch das Equipment nicht so flexibel und vom Wetter abhängig. 

Lach Yoga

Lach Yoga auch Hasyayoga genannt, kann zunächst sehr albern und künstlich wirken. Es ist aber ein Yoga-Stil mit einem wunderbaren psychologischen Effekt. Durch das künstlich erzeugte Lachen wird derselbe Effekte wie beim natürlichem Lachen erzeugt.

Das Lachen in der Gruppe sorgt dafür, dass man selber entspannter und glücklicher wird und steckt dabei auch die anderen Teilnehmer an. Was anfänglich albern wirken kann, hat eine lösende und entspannende Wirkung auf den ganzen Körper und sorgt für gute Laune.

Bikram / Hot Yoga

Für Frostbeulen oder Sauna-Fans ist Bikram oder auch Hot Yoga die ideale Yoga-Richtung. Der Unterricht findet in einem ca. 40 Grad warmen Studio statt und bringt Yogins und Yogis reichlich ins schwitzen. So werden Giftstoffe aus dem Körper geschleust und ein starker Reinigungseffekt setzt ein. Durch die Wärme werden die Muskeln flexibler und ermöglichen einen größeren Bewegungsspielraum.

Feste, sehr fordernde Bewegungsabläufe kurbeln den Kreislauf an und stärken die Muskulatur. Yoga-Neulinge und Menschen mit niedrigem Blutdruck oder Kreislaufbeschwerden sollten damit allerdings vorsichtig sein. 

Faszien Yoga

Faszien Yoga gibt es noch nicht so lang wie traditionelle Yoga-Stile (wie Hatha oder Kundalini), kann aber gerade bei Verspannungen kleine Wunder bewirken. Faszien sind Teile des Bindegewebes, welche den ganzen Körper als Netz umhüllen. Bei dieser Yoga-Art geht es also darum, diese Faszien zu dehnen und zu befeuchten.

Beim Faszien Yoga ist man viel in Bewegung und dehnt alle Faszienbahnen. Oft wird mit Hilfsmitteln (z. B. Faszienrollen) gearbeitet und das Gewebe von außen bearbeitet. Die intensive Arbeit am Bindegewebe kann sich unangenehm anfühlen, hat aber einen tollen Effekt, da viele Verspannungen im Körper durch verklebte Faszien (statt verspannter Muskulatur) verursacht werden.

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