Lexikon der YOGA-GRUNDBEGRIFFE

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Yoga

Yoga heißt Einheit, Harmonie Verbindung. Es geht darum durch verschiedene Techniken – körperliche Übungen, Atemtechniken, Meditation etc. – sich in Harmonie mit sich selbst und der Welt zu verbinden und so die Einheit mit allem zu erfahren.

 

Vier Wege des Yoga

Die vier Wege des Yoga sind die verschiedenen Hauptpraktiken, mit Hilfe derer Körper, Geist und Seele zur Verbundenheit entwickelt werden.

Mitunter liest man auch heute noch nur von den drei Wegen. Hintergrund ist, dass man mit der Zeit Raja Yoga als separaten Weg definiert hat. Lange Zeit war Raja Yoga in die anderen Wege integriert. Im Wesentlichen bezeichnen die drei Wege des Yoga also dasselbe wie die vier Wege des Yoga.

 

Patañjali

Der indische Gelehrte ist Autor des Yogasutra, in dem er die acht Stufen des Yoga lehrt. Aufgrund dessen gilt er auch als „Vater des Yoga“.

Diese Bezeichnung ist missverständlich, da er nicht als Begründer des Yoga gilt. Seine bedeutende Leistung besteht darin, dass er als erster eine Yogalehre in Textform systematisiert hat.

Er hat zwischen dem 2. Jahrhundert vor und dem 4. Jahrhundert nach unserer Zeitrechnung gelebt.

Über sein Leben ist nichts weiter bekannt, stattdessen gibt es nur mythologische Überlieferungen, nach denen er z.B. die Reinkarnation der Weltschlange Shesha sei. Daher wird Patañjali oft mit einem Schlangenunterleib dargestellt.

Die Bedeutung seines Namens dagegen lässt sich aus Sanskrit ableiten: „pat“ = fliegen / herunterfallen und „añjali“ = Gruß- und Bethaltung.

Dazu passt die Legende, dass seine Mutter, die eine als Einsiedlerin lebende Asketin war, zum Sonnengott Surya betete, weil sie nach einem Weg suchte, ihr Wissen weiterzugeben. Daraufhin fiel ihr eine kleine Schlange in ihre Hände, welche sich in einen Jungen verwandelte und ihr Schüler wurde.

 

Yogasutra

Sutra bedeutet so viel wie Leitfaden und ist daher auch in anderen Zusammenhängen (z.B. Karmasutra) bekannt.

Das Yogasutra wurde von Patañjali verfasst und ist nicht nur ein zentraler Ursprungstext des Yoga, sondern gilt als eine der sechs indischen orthodoxen Philosophien.

Das Yogasutra enthält die Essenz des Raja Yogas. Diese ist in einzelne Sutren untergliedert, die den Versen im westlichen Sprachgebrauch entsprechen. Diese Sutren sind sehr knapp verfasst, vieldeutig, symbolisch und metaphorisch aufgeladen. Daher müssen sie interpretiert werden. Es gibt insgesamt 195 Sutren im Yogasutra, die auf vier Kapitel aufgeteilt sind.

Inhalt des Yogasutra ist der achtgliedrige Pfad des Yoga, der auf Sanskrit Ashtanga Yoga heißt. Dieses Konzept leitet sich aus dem Raja Yoga ab.

 

Ashtanga Yoga – der achtgliedrige Pfad des Yoga

Der achtgliedrige Pfad des Yoga besteht aus acht Stufen. Die ersten beiden Stufen bestehen ihrerseits aus jeweils fünf Aspekten. Die acht Stufen lassen sich ihrerseits in zwei Teile zerlegen.

Dabei bilden die ersten fünf Stufen den ersten Teil, der dazu dient, den Geist darauf vorzubereiten stiller zu werden.

Der zweite Teil wird Samyama genannt, was Sammlung heißt. Dabei handelt es sich um drei kontemplative Übungen. Zusammengenommen verfolgen diese drei Übungen das Ziel die Einheit mit etwas herzustellen. Das kann ein reales Objekt, aber auch etwas Vorgestelltes sein.

Ashtanga Yoga ist das klassische Yogasystem, von dem sich alle anderen Yoga-Stile ableiten. Mittlerweile ist es Teil des Hatha Yoga.

 

Die fünf Säulen des Hatha Yoga

  1. Asana

    s. Achtgliedriger Pfad des Yoga: Asana

  2. Pranayama

    s. Achtgliedriger Pfad des Yoga: Pranayama

  3. Shavasana

    Shavasana ist Tiefenentspannung. Dabei handelt es sich nicht um Meditation, auch wenn der Übergang als fließend wahrgenommen werden kann. Die Ausführung einer Shavasana entspannt systematisch Körper und Geist. Ziel ist das Vorbeugen von Krankheiten, z.B. solchen, die durch Stress ausgelöst werden, sowie geistige Klarheit und Ausgeglichenheit.

  4. Richtige Ernährung

    Alles, was wir zu uns nehmen, wird ein Teil von uns. Daher wird auf eine gesunde und leicht verdauliche Ernährung geachtet. Sich richtig zu ernähren bedeutet rein vegetarisch zu leben und hauptsächlich frische Lebensmittel zu sich zu nehmen.

  5. Positives Denken

    Durch Entspannung, positive Affirmationen, Suggestionen und Visualisierungen findest Du Deinen Weg zu Inspiration und Liebe. Dies führt zu einer positiven Lebenserfahrung. Meditation und Achtsamkeit sind Deine Verbündeten, um positiver zu denken.

Mehr über Hatha Yoga erfährst Du hier.

 

Mudra

Dieses Wort besteht aus zwei Teilen: Mud heißt „Freude“ sowie „Geste, um den Göttern zu gefallen“, Ra bedeutet „das, was gibt“. Die Mudra ist eine symbolische Handgeste, die sowohl im Alltag, als auch im Ritus anzutreffen ist. Der Namaste-Gruß (vor der Brust gefaltete Hände) ist z.B. eine Mudra. Sie werden auch bei Asanas angewendet.

 

Nadi, Prana, Chakren und Kundalini

Nadi bedeutet Kanal oder auch Röhre. Sie bezeichnet Bahnen, die durch den menschlichen Körper führen. Über Nadis wird der Körper mit Prana, der Lebensenergie versorgt. Somit sind Nadis mit den Meridianen aus der Traditionellen Chinesischen Medizin vergleichbar, welche bei der Akkupunktur eine wichtige Rolle spielen.

Laut Hatha Yoga Pradipika gibt es 72.000 Nadis. Drei davon spielen eine zentrale Rolle. Sie sind die Hauptbahnen, die Sushumna, Ida und Pingala heißen.

Ida repräsentiert das weibliche Prinzip (kühlend, beruhigend), Pingala das männliche (erhitzend, anregend). Sie verlaufen entlang der Wirbelsäule bis zu den Nasenlöchern. Einige Theorien gehen davon aus, dass sie sich auf Höhe der Chakren kreuzen.

Sushumna verläuft zwischen Ida und Pingala die Wirbelsäule hoch durch die Chakren.

Somit verbinden Sushumna die Chakren miteinander. Die Chakren wiederum sind Energiezentren, von denen es sieben Hauptchakren gibt, die entlang der Wirbelsäule angeordnet sind.

Sushumna ermöglicht es dem Kundalini, der potentiellen Kraft eines jeden Menschen, die ihm zugrunde liegt, vom untersten Chakra aufzusteigen.

 

Hatha Yoga Pradipika, Hathapradipika, Hathayogapradipika

Neben dem Yogasutra von Patañjali handelt es sich hierbei um den bekanntesten klassischen Yogatext. Sie stammt aus dem 14. Jahrhundert, ihr Autor ist Svatmarama.

Es gibt verschiedene Ausgaben dieser Schrift. Mal hat sie vier, mal zehn Kapitel. Sie enthält 643 Verse. Die Titel der Kapitel in der Fassung mit vier Kapiteln lauten „Über Asanas“, „Über Pranayama“, „Über Mudras“, „Über Samadhi“.

Mehr über Hatha Yoga erfährst Du hier.

 

Kriya, Shatkriya, Shatkarma

Kriya – genauso wie karma – heißt Handlung und meint im Yoga in der Regel Reinigungsübung, Shat heißt sechs. Shatkriya sind also die sechs Reinigungsübungen, die auch Shatkarma genannt und im Hatha Yoga Pradipika beschrieben werden. Diese Übungen sollten von einem erfahrenen Lehrer angeleitet und begleitet werden.

 

Ayurveda

Ayurveda heißt „Wissen vom Leben“ und kann als ein indisches Gesundheitssystem betrachtet werden. Seine Wurzeln reichen etwa 4.000 Jahre zurück. Zu einem medizinischen System wurde es ab etwa 500 vor unserer Zeitrechnung. Im Westen findet Ayurveda vor allem im Wellnessbereich Anwendung.

Ayurveda kombiniert Erfahrungswerte eines sehr langen Zeitraums mit Philosophie und erstreckt sich auf physische, psychische und spirituelle Aspekte, wodurch es einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt.

Zu Ayurveda gehören Massage- und Reinigungstechniken, Ernährungslehre, spirituelles Yoga und Pflanzenheilkunde.

 

Agni

Agni ist im Hinduismus der Gott des Feuers. Im Yoga wird damit metaphorisch das Feuer im Menschen bezeichnet, das angefacht werden soll. In diesem Sinne ist Agni das Energiezentrum im Bauch.

Dies ist nicht mit Agni Yoga zu verwechseln. Hierbei handelt es sich um eine theosophische Schrift zweifelhafter Herkunft.

 

Bhagavad Gita

Zu Deutsch „Der Gesang des Erhabenen“ wird auch nur Gita („Gesang“) genannt und ist eine wichtige Schrift im Hinduismus. Dieses spirituelle Gedicht ist zwischen dem 2. Und 5. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung auf der Grundlage mehrerer Schriften und Denkschulen entstanden, von denen Yoga eine ist.

Die Gita erzählt die Geschichte vom Kampf zweier Familien, der guten Pandavas und der bösen Kauravas. Beide ringen um die Macht.

Die Gita ist wiederum Teil des Epos Mahabharata („die große Geschichte der Bharatas“). In diesem Epos wird einem König die Bhagavad Gita erzählt.

 

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